{"id":441,"date":"2017-04-23T10:40:45","date_gmt":"2017-04-23T10:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/sperzelhp.de\/?p=441"},"modified":"2017-04-23T10:40:45","modified_gmt":"2017-04-23T10:40:45","slug":"der-vollstaendige-yoga-atem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.de\/?p=441","title":{"rendered":"Der vollst\u00e4ndige Yoga-Atem"},"content":{"rendered":"<p>Wenn wir im Netz \u00fcber Yoga und Atmung suchen lassen, werden wir viele Atmungen finden, die man hier und da \u00fcben soll, sie werden \u00fcber Voll-Atem und Pranayama lesen k\u00f6nnen, aber was eine sinnvolle Yogaatmung ist, wird selten bis nie zu finden sein. Das ist schade, denn die Yogaatmung in meinem Sinne ist keine Pranayama-\u00dcbung, sondern eine voller und entspannte Atem-Form, die sich f\u00fcr das \u00dcben von Asana eignet, sich im Alltag eignet und auch in Stresssituationen hilfreich sein wird.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Dazu muss man zun\u00e4chst einmal verstehen, was Atem ist und wie er gew\u00f6hnlich funktioniert. Geatmet wird dergestalt, das sich der Atem-Raum der Lunge im Einatem weitet und im Ausatem wieder zur\u00fcckbildet. Dazu k\u00f6nnen sich die Rippenb\u00f6gen \u00f6ffnen und schlie\u00dfen, kann sich die Schl\u00fcsselbeinregion heben und senken, hebt und senkt sich das Zwerchfell\u00a0 und auch die Schulterbl\u00e4tter k\u00f6nnen diesen Raum \u00f6ffnen und schlie\u00dfen. Weiterhin bestimmen die die aktiven Muskeln umgebenden Regionen wie der Bauchraum, das Brustgef\u00fcge, die R\u00fcckenmuskulatur samt Gewebeanteile sowie deren Beweglichkeit, wie weit sich der aktive Teil heben oder senken, \u00f6ffnen oder schlie\u00dfen kann. Bestes Beispiel ist der Bauchraum, durch den bekanntlich ja geatmet werden kann, was nicht wirklich stimmt, da Luft im Bauchraum eigentlich andere Ursachen hat. Was man im Bauch wahrnimmt, ist das Zur\u00fcckweichen der gesamten inneren Bauchstruktur, um dem Zwerchfell m\u00f6glichst gro\u00dfe Bewegungsr\u00e4ume zu gestatten, was den Atem-Raum der Lunge f\u00f6rdern oder auch begrenzen kann. Beide Bewegungen in allen Regionen, \u00f6ffnen und schlie\u00dfen als auch heben und absenken, finden in einem begrenzen Range (Fenster) statt, k\u00f6nnen von leicht und locker (kleines Fenster) bis zu voll und mit Anstrengung (gro\u00dfes Fenster) eingestellt werden. Von Belang f\u00fcr eine volle Atmung sind direkt Brust und R\u00fccken, Bauch und Schultern sowie das Zwerchfell, indirekt weitet sich das Atemgef\u00fcge aus auf die Haltung des Kopfes, des Beckens, der Beine , der Arme, der H\u00fcften und der Taille, und sogar die F\u00fc\u00dfe werden eine Wirkung im Atem erlauben. Ich bevorzuge daher die Aussage, dass der ganze K\u00f6rper atmet und an der Atem-Form beteiligt ist.<\/p>\n<p>Die Atmung ist in einer allegorischen Beschreibung wie die Fenster und T\u00fcren eines Hauses, mit deren Gestaltung ich Luftz\u00fcge und Luftaustausch steuern kann. Sind alle Fenster und T\u00fcren offen, zug\u00e4nglich, wird das Haus sich in der Luftqualit\u00e4t nicht von der Au\u00dfenwelt unterscheiden. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-440 size-full\" src=\"https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lotus.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lotus.jpg 189w, https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lotus-150x150.jpg 150w, https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lotus-144x144.jpg 144w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/>Die vollst\u00e4ndige Yoga-Atmung, die ich meine, empfinde ich wie dieses Haus. Alle M\u00f6glichkeiten zu Atmen stehen bereit, sind zug\u00e4nglich, m\u00f6glich und mit wenig Aufwand schnell und m\u00fchelos zu aktivieren. Erreicht wird das durch eine Intonierung <sup class='footnote'><a href='#fn-441-1' id='fnref-441-1' onclick='return fdfootnote_show(441)'>1<\/a><\/sup> der gesamten K\u00f6rperstruktur. Das hei\u00dft aber nicht, dass alle R\u00e4ume und M\u00f6glichkeiten auch immerzu vollst\u00e4ndig genutzt werden m\u00fcssen. Die K\u00f6rperhaltung bekommt die nat\u00fcrliche Atem-Form, die sie am besten, am leichtesten versorgt und ohne M\u00fche anhaltend getragen werden kann. Das Haus ist und bleibt also offen und immer in Bereitschaft.<\/p>\n<p><strong>Beschreibung einer Haltung, die einen vollen Yoga-Atem tr\u00e4gt:<\/strong> Wir sitzen auf einem B\u00fcrostuhl, die F\u00fc\u00dfe in flachen Schuhen oder auch ohne Schuhe stehen nebeneinander und fest so auf dem Boden, dass die Unterschenkel senkrecht stehen. Das Ges\u00e4\u00df ruht fest auf der Sitzfl\u00e4che, die Oberschenkelr\u00fcckseiten werden nicht von der vorderen Stuhlkante eingedr\u00fcckt, der R\u00fccken steigt nat\u00fcrlich und ohne Lehnen-Kontakt auf, der Kopf schaut geradeaus und das Kinn zieht sich waagrecht soweit zur\u00fcck, das bemerkt werden kann, das der Brustraum sich ganz wenig gehoben anf\u00fchlt. Die Arme ruhen mit den H\u00e4nden auf den Oberschenkeln, ohne Druck auszu\u00fcben. Wir nehmen jetzt dem Bauch etwas zur\u00fcck und senken den Brustkorb \u00fcber die Frontseite auf diesen Bauch etwas hinab. Wenn wir jetzt uns ein wenig bem\u00fchen, vollst\u00e4ndig zu atmen, werden wir bemerken, dass das Atemgef\u00fchl sich von den Schl\u00fcsselbeinen \u00fcber den Brustraum und Bauch bis zum Nabel und vielleicht noch weiter hinunter erstreckt. Nach 10 bis 20 Atemz\u00fcgen dieser Art lassen wir die Steuerung des Atems los, setzen aber den Beobachtungsvorgang aufmerksam fort. Nach wenigen weiteren Atemz\u00fcgen, die sich mehr und mehr beruhigen, werden wir feststellen, dass der Atem nur noch ganz schwach und unterhalb des Zwerchfells wie ein leichtes Schwingen wahrgenommen werden kann. In dieser Haltung erreicht dieser Atem f\u00fcr den K\u00f6rper ein ausreichendes Atemvolumen und kann m\u00fchelos \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitpunkt seinen Dienst erf\u00fcllen. Anschlie\u00dfend kann in dieser Haltung versucht werden, bestimmte K\u00f6rperpartien zus\u00e4tzlich zu aktivieren. So werden die vorderen F\u00fc\u00dfe, die etwas Druck auf den Boden abgeben, den Atem kurzfristig zum Brustkorb hinaufziehen und wieder abgesunken ein erweitertes Atemvolumen bewirken. Gleiche oder \u00e4hnliche Wirkungen haben das Heben der Schl\u00fcsselbeine, eine ver\u00e4nderte Kopfhaltung, das gezielte \u00d6ffnen der Schulterstruktur und\/oder ein sanftes Einziehen des Bauches. Weiterhin werden verschiedene Art und Weisen der Initiierung der zus\u00e4tzlichen Bewegung eine andere Atem-Form bewirken. Gemeint ist zum Beispiel bei Einziehen des Bauches, ob dieses von der Frontplatte oder der seitlichen Muskulatur aus erfolgt. Jede Bewegung ver\u00e4ndert den Atem, jede Spannung ver\u00e4ndert den Atem, jede Haltung verlangt einen anderen Atem.<\/p>\n<p>Immer aber wird von Bedeutung sein, ob der K\u00f6rper alle M\u00f6glichkeiten nutzen kann, sein Atembed\u00fcrfnis zu stillen, und dieses nach M\u00f6glichkeit m\u00fchelos und ohne bewusste Einwirkung. Steht mal der Bauchraum nicht zur Verf\u00fcgung wie im voll gedrehten Drehsitz, kann er auf die Taillen oder den Brustkorb oder den R\u00fccken oder\u2026 leicht ausweichen. Auch R\u00fcckbeugen erfordern einen Wechsel des Atem-Raumes, da die Bauchmuskulatur langezogen und gespannt dem Zwerchfell den Bewegungsspielraum stark eingrenzt. Diese Haltung \u201edes offenen Hauses\u201c, immer und jederzeit alle oder viele M\u00f6glichkeiten offen zu haben und nutzen zu k\u00f6nnen, das nenne ich eine vollst\u00e4ndige Yoga-Atmung. Sie wird erreicht durch ein bewusstes Nutzen aller R\u00e4ume \u00fcber einige vollst\u00e4ndige Atemz\u00fcge in der gew\u00fcnschten Haltung und anschlie\u00dfendem Loslassen. Der K\u00f6rper wei\u00df dann selbst am besten, wie und wo er weiteratmen sollte. Wir sollten es daher ganz besonders in Asana ihm nicht vorschreiben, sondern ihn nur helfen, m\u00fchelos werden zu k\u00f6nnen. Wichtig ist nur, dass ihm dann auch alle machbaren M\u00f6glichkeiten m\u00fchelos zur Verf\u00fcgung stehen. Nur daf\u00fcr sollten wir Sorge tragen, nur daf\u00fcr ist die Einrichtung des Atems sinnvoll.<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-441'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-441-1'> Tonus: Die minimalste Spannung aller aktiven Muskelanteile, die ben\u00f6tigt wird, um jederzeit schnell und m\u00fchelos in eine Bewegung einzusteigen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-441-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F441&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F441&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir im Netz \u00fcber Yoga und Atmung suchen lassen, werden wir viele Atmungen finden, die man hier und da \u00fcben soll, sie werden \u00fcber Voll-Atem und Pranayama lesen k\u00f6nnen, aber was eine sinnvolle Yogaatmung ist, wird selten bis nie zu finden sein. 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